Göppingen, 12.06.2018 ─ Am frühen Abend des 11. Juni wurden gegen 17:15 Uhr die ersten Feuerwehren im Landkreis Göppingen durch die Integrierte Leitstelle Göppingen (ILS) zu Unwettereinsätzen im Bereich des Oberen Filstals alarmiert. Im weiteren Verlauf zog das Unwetter über weite Teile des Landkreises. Besonders betroffen waren die Wehren im Schurwald und in den Bereichen Göppingen, Uhingen und Ebersbach mit den angrenzenden Gemeinden.

Neben vollgelaufenen Kellern, Garagen und Tiefgaragen waren vielerorts die Entwässerungssysteme überlastet, so dass es immer wieder zu enthobenen Kanal- und Gullydeckeln, zu durch Unrat verstopften Abläufen und stellenweise zu bis zu 50 cm hoch überfluteten Straßen kam. Stellenweise drückte das Wasser aus den Abwasserkanälen in die Gebäude. Neben der unmittelbaren Gefahrenbekämpfung wurden auch vorbeugende Maßnahmen - wie beispielsweise die Installation von stationären Hochwasserschutzsystemen (sog. Spundwände) - durch die Feuerwehr ergriffen.

Bedroht von den teilweise sintflutartigen Wassermassen waren auch mehrere Heizöllagerräume. Hier drohte ein Aufschwemmen der Tanks. Das Austreten von Heizöl konnte durch das schnelle Eingreifen der Feuerwehren vor Ort in allen Fällen erfolgreich verhindert werden. In einem Galvanikbetrieb in Salach konnte das Eindringen von Oberflächenwasser in ein säurehaltiges Eloxalbecken abgewehrt werden.
Während der Unwetterlage wurde die Feuerwehr Eislingen zum Brand einer Gartenhütte im Bereich Krummwälden alarmiert. In der Geislinger Rheinlandstraße kam es zudem gegen 23 Uhr zu einem Brand im Erdgeschoss eines Hochhauses. Beide Brände konnten innerhalb kürzester Zeit erfolgreich bekämpft werden. In Geislingen wurden mehrere Bewohner mit Verdacht auf eine Rauchgasintoxikation durch den Rettungsdienst versorgt und zur weiteren Behandlung in eine Klinik verbracht.

Aufgrund des hohen Einsatzaufkommens innerhalb kürzester Zeit alarmierte der Kreisbrandmeister den Führungsstab des Landkreises Göppingen in die Hauptfeuerwache Göppingen. Weiterhin wurde eine Personalverstärkung der Leitstelle von drei auf zehn Disponenten angeordnet. Dies war erforderlich, um das erhöhte Notrufaufkommen zu bewältigen.

Gegen 22 Uhr zeichnete sich eine erste Entspannung der Unwetterlage ab. Die Feuerwehren waren jedoch zum Teil bis weit nach Mitternacht beim Abarbeiten der noch verbleibenden Einsatzstellen. Im Anschluss wurde die Einsatzbereitschaft der Fahrzeuge und der Geräte wiederhergestellt.

Im Einsatz waren insgesamt 20 Feuerwehren mit 89 Fahrzeugen und fast 600 ehrenamtlichen Feuerwehrangehörigen aus dem gesamten Landkreis.

PM Landratsamt Göppingen Kreisbrandmeisterstelle

Anzahl der Einsatzstellen: 
Ebersbach 5
Ebersbach - Roßwälden 20
Ebersbach - Weiler 1
Schlierbach 2
Hattenhofen 1
Göppingen - Faurndau 1
Zell u.A. 1
Uhingen - Holzhausen 2
Gingen 1
Donzdorf 2
Aichelberg 2
Wäschenbeuren 2
Gesamt Anzahl Einsatzstellen 40

Schwerpunkt: Ebersbach Ortsteil Rosswälden mit 20 Einsatzstellen; in zwei Straßenbereichen konzentriert; Brühlstraße und Veilchenweg. Augenzeuge berichtet: Gewitter wohl zunächst von Uhingen her gekommen, dann ein Unwetter von Kirchheim gekommen. Wechselnde Windrichtungen, dadurch zog das Gewitter nicht weg. Erstes Gewitter rund 30 l/m2; das zweite Gewitter wohl noch mehr.

Da es zunächst nach einer potenziell schlimmeren Situation aussah: Personal der Integrierten Leitstelle Göppingen wurde von drei Disponenten auf neun Mitarbeiter aufgestockt, kleine Besetzung des Feuerwehrführungsstabes des Landkreises kam mit weiteren sechs Einsatzkräften auf die Feuerwache Göppingen. Glücklicherweise verschlimmerte sich die Lage jedoch nicht, so dass nach rund zwei Stunden wieder der Normalbetrieb aufgenommen werden konnte.

Der Kreisfeuerwehrverband Göppingen hat die Patenschaft für ein Zimmer im Albert-Bürger-Haus des Feuerwehrhotels Sankt Florian übernommen.

Das symbolische Türschild mit der neuen Bezeichnung "Stauferkreis Göppingen" wurde vom Vorsitzenden des Kreisfeuerwehrverbandes, Ulrich Volz, an den Vorsitzenden des Vereins Baden-Württembergisches Feuerwehrheim, Dr. Frank Knödler, im Rahmen der Vereins- und Verbandsversammlung in Friedrichshafen übergeben.

 

Am 01.01.2018 wurde die Feuerwehr Geislingen zu einem Brand bei der Firma Galvano Knoblauch alarmiert. Beim Eintreffen der Feuerwehr stand das gesamte Obergeschoss des Galvanikbetriebes auf einer Fläche von rund 400 m2 bereits im Vollbrand.

Im Verlauf des Einsatzes wurden folgende Feuerwehren zur Verstärkung angefordert:
Teilorte der Stadt Geislingen, Feuerwehr Amstetten (Alb-Donau-Kreis), Löschzug aus Göppingen, Gefahrstoffzug aus Salach, Fachberater Gefahrstoff von der Werkfeuerwehr Zeller&Gmelin mit der Komponente Löschwasseranalytik.

Mit Hilfe von drei Drehleitern und mehreren Trupps im Innenangriff wurde der Brand massiv bekämpft. Eine Brandausbreitung auf weitere Gebäudeteile konnte dadurch verhindert werden, so dass nur das Obergeschoss mit seiner Galvanik auf einer Fläche von rund 400 m2 ausbrannte.
Im Brandbereich befanden sich Galvanikbecken mit mehreren Kubikmeter Natronlauge sowie Salzsäure sowie diverse Galvanikbäder mit Zink- und Nickelverbindungen.

Da auch größere Mengen an Polypropylen verbrannten entstand eine weithin sichtbare schwarze Rauchsäule. Die Bevölkerung im betroffenen Stadtgebiet von Geislingen wurde daher aufgefordert, Fenster und Türen zu schließen. Nach Aussage von Kreisbrandmeister Dr. Reick ist Brandrauch zwar immer gefährlich und giftig, eine besondere Gefährdung durch den Brandrauch habe für die Bevölkerung allerdings nicht bestanden.

Ein besonderes Augenmerk wurde dem Löschwasser beigemessen. Durch die Fachberater Gefahrstoff und deren Messteams wurden zahlreiche Wasserproben genommen und noch vor Ort analysiert. Das Löschwasser wies eine sehr hohen pH-Wert auf und erhielt erwartungsgemäß hohe Werte an Nickel, Zink und Sulphat. Das vor Ort im Brandabschnitt zurückgehaltene Löschwasser wurde von insgesamt drei Saugfahrfahrzeugen eines Spezialunternehmens aufgenommen. Auch in der Kläranlage von Geislingen wurden Wasserproben entnommen denn aufgrund des auch dort erhöhten pH-Wertes war klar, dass auch Löschwasser in die Kanalisation gelangt war.

Mehrere Feuerwehrangehörige verspürten trotz der Brandschutzkleidung ein Kribbeln auf der Haut und wurden entsprechend dekontaminiert. Ein Feuerwehrangehöriger hat eine stärkere Verätzungen erlitten.

Erschwert wurden die Löscharbeiten auch durch die auf der Dachfläche montierten Photovoltaikanlage. Zwar wurde der gesamte Gebäudekomplex vom Stromnetz getrennt, jedoch war durch die PV-Module noch auf Leitungen des Gebäudes elektrische Spannung vorhanden.

Die Einsatzleitung hatte Kommandant Jörg Wagner, zeitweise übernommen von Kreisbrandmeister Dr. Reick. Unterstützt wurde die Einsatzleitung von der Führungsunterstützungsgruppe Salach/Süßen.

Im Einsatz waren 120 Einsatzkräfte der Feuerwehren mit 23 Fahrzeugen, der Rettungsdienst war mit 21 Fahrzeugen an der Einsatzstelle.

Der Kreisbrandmeister lobte den mutigen und erfolgreichen Einsatz aller Einsatzkräfte. Nur dadurch war zu verhindern, dass weit größere Teile der Firma abgebrannt sind und dadurch wäre es zu einer noch weit größeren Umweltgefährdung gekommen. Oberbürgermeister Dehmer machte sich ebenfalls vor Ort ein Bild des Geschehens und war erleichtert, dass die Gefährdung für die Bevölkerung und die Umwelt durch den Einsatz der Feuerwehr minimiert werden konnte.

 

Die Kommandanten des Landkreises Göppingen besuchten im Rahmen ihrer diesjährigen Lehrfahrt die Schweizer Fa. Georg Fischer, die für den sicheren Transport von Flüssigkeiten und Gasen, die Gewichtsverringerung in Fahrzeugen und für die Hochpräzisions-Fertigungstechnologie bekannt ist. Eine Werksführung gab Einblicke, wie auch in der heutigen Zeit ein Produktionsstandort in der Schweiz funktionieren kann. Im zweiten Teil der Lehrfahrt ging es weiter nach Rottweil, der ältesten Stadt in Baden-Württemberg. Dort erlebten wir eine "feuerwehrteschnische" Stadtführung vom langjährigen Stadtbrandmeister a.D. Rainer Müller. Er erzählte interessante Aspekte zur Stadt Rottweil speziell unter brandschutztechnischen Gesichtspunkten. Die Besichtigung der gerade fertiggestellten, aber noch nicht bezogenen neuen Feuerwache der Feuerwehr Rottweil war für alle Teilnehmer sehr eindrucksvoll. Nach der anschließenden Besichtigung des „thyssenkrupp Testturm“, dem mit 246 m höchsten Aufzugstestturm in Europa, traten wir die Heimreise an.

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok